Schlusspunkt

Amtszwang

Anfang Februar hat der Kantonsrat entschieden, den Amtszwang für Gemeindevorstand, Rechnungsprüfungs-kommission, Schulpflege und Wahlbüro beizubehalten. Die federassischen Gedanken dazu...

Nein, Federas wird sich nicht in die politische Diskussion einbringen, ob der Amtszwang ein „alter Zopf“ sei oder ein sinnvolles Instrument, um den Durchhaltewillen von Amtsinhabern zu stimulieren. Uns interessieren die Gründe, aus denen sich akute Amtsmüdigkeit einstellen kann.

Da sind natürlich alle möglichen Querelen wie auch öffentliche Anfeindungen anzuführen, die jede Lust auf ein politisches Engagement rasch und nachhaltig zerstören können. Schon Wilhelm Tell musste (in der Fassung von Schiller) feststellen, dass der Frömmste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Dagegen ist kaum ein Kraut gewachsen.

Wenn die zeitliche Belastung eines Gemeinderates aber in Durchschnitt mit 30 bis 40 Stellenprozent angegeben wird, so erstaunt es nicht, dass ein Drittel (in Gemeinderäten) bis zur Hälfte (in Schulpflegen) der Exekutivmitglieder nur gerade für eine Amtsperiode zur Verfügung stehen und immer mehr Gemeinden Mühe haben, ihre Behörden überhaupt zu bestellen (siehe Avenir Suisse, Buch „Bürgerstaat und Staatsbürger“). Die (zeitliche) Vereinbarkeit von Behördentätigkeit und Berufsleben muss in einem leistbaren Gleichgewicht stehen, damit unser Milizsystem weiterhin gelebt werden kann.

Federas hat das Ziel, die Miliztauglichkeit in öffentlichen Einrichtungen und Non Profit Organisationen zu erhalten und zu stärken. Dafür setzen wir uns in unseren Projekten in vielen kleinen und grösseren Schritten ein. Damit ein Amtszwang  nicht wegen der zeitlichen Belastung notwendig ist.