Nachgefragt

bei Daniela Kugler

Als eidgenössisch diplomierte Personalfachfrau und Personalverantwortliche kennt Daniela Kugler die Anliegen der Mitarbeitenden. Ihre Erfahrungen im Personalbereich dienen ihr auch bei ihrem Amt als Schulpräsidentin der Primarschule Oetwil-Geroldswil. Wir haben mit ihr über die Entwicklungen der Schule gesprochen.

Vor einiger Zeit lancierte die Schulpflege der Primarschule Oetwil-Geroldswil eine externe Organisationsanalyse. Weshalb schlug die Schulpflege diesen Weg ein?
Zwei äussere Faktoren führten zur gravierenden Mehrbelastung in der Schulverwaltung und in der Schulpflege. Zum Einen das stetige Schülerwachstum (in den letzten vier Jahren wuchs die Zahl der Schüler von 650 auf über 800) brachte einen steigenden indirekten und direkten Führungsaufwand mit sich, eine intensive Schulraumplanung, eine zunehmende intensive Elternarbeit und so weiter. Zum Anderen führten kontinuierlich sich ändernde kantonale Richtlinien zu steigendem Umsetzungsaufwand in der Schulführung.
Diese Ausgangslage führte dazu, dass man sich entschied, die Organisation auf strategischer sowie operativer Ebene zu analysieren und dann zu entscheiden, welche Schritte diesen neuen Bedürfnissen gerecht werden.

Welche Erwartungen hatten Sie an diese Analyse?
Ziel der nun abgeschlossenen Überprüfung war eine bereinigte Führungsstruktur, welche die operativen und strategischen Aufgaben zwischen Schulpflege und Schulverwaltung/Schulleitung klar trennt. Und dies ist auch gelungen. Es werden auf der operativen Ebene ausreichende Ressourcen sowohl in qualitativer wie quantitativer Hinsicht geschaffen, damit die Primarschule das nötige Rüstzeug erhält, auch künftig professionelle Arbeit zu leisten. Weiter soll sich die Schulpflege neu verstärkt strategisch ausrichten und wieder miliztauglich werden. Ebenfalls bereinigt ist die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen der Schulverwaltung.

Der gesamte Prozess involvierte verschiedene Beteiligte. Wie konnten alle optimal miteinbezogen werden?
Neben verschiedenen Workshops in der Schulpflege bestand eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Schulpflege, der Präsidentin der Schulleitungskonferenz sowie Vertretern der Schulverwaltung. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe informierten laufend in ihren Führungsbereichen über den aktuellen Stand der Analyse und das weitere Vorgehen. Ebenso fanden umfassende Vernehmlassungen statt. So konnte gewährleistet werden, dass alle an Bord sind.

Das Resultat ist eine Umstrukturierung auf operativer Ebene mit einer Geschäftsleitung und einer Leitung Bildung. Welche Vorteile hat dies für die Primarschule?
Das neue Modell erlaubt eine konsequente Trennung von operativen und strategischen Aufgaben. Dies stärkt die Schulverwaltung langfristig im Schulalltag und entlastet die Schulpflege für ihre Tätigkeiten im strategischen Bereich. Gleichzeitig wird es einfacher, die Fachkompetenz zu koordinieren und Entscheidungs- sowie Informationswege werden kürzer. Diese Professionalisierung macht die Schule schlussendlich fit für die Zukunft.

Federas durfte den gesamten Prozess von der Analyse bis zur Modellerarbeitung begleiten. Inwiefern diente dies dem gesamten Projekt?
Wir erlebten die gesamte Begleitung von Federas sehr professionell und aktiv. Wir wurden auf mögliche Stolpersteine hingewiesen und es wurde auf unsere Bedürfnisse als Primarschule eingegangen. Der wertschätzende Fachaustausch führte schlussendlich ebenfalls dazu, dass wir nun eine massgeschneiderte Lösung haben. Wir freuen uns auf das neue Organisationsmodell, welches wir ab dem 1. August 2020 offiziell einführen.