Nachgefragt

bei Kurt Vuillemin

Die Schule Thalwil wird mit einem neuen Präsidenten und verkleinerter Behörde ins neue Schuljahr starten. Eine Neuorganisation, die Kurt Vuillemin wärmstens empfehlen kann.  

Sie sind ab dem neuen Schuljahr Präsident der Schule Thalwil. Was motiviert Sie, diese Aufgabe anzunehmen?
«Bildung ist ein hohes Gut und ein wichtiger Teil der Entwicklung unserer Kinder. Sie ist die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft.» Diese beiden Leitsätze sprechen für sich und sind mein persönlicher Antrieb, mich in der Bildungspolitik zu engagieren.
In den vergangen acht Jahren meiner Tätigkeit als Schulpfleger haben wir mit der Umsetzung des neuen Volksschulgesetzes wesentliche Aufbauarbeit geleistet, die noch weiter entwickelt und gefestigt werden muss. In meiner neuen Funktion als Exekutivmitglied der Gemeinde Thalwil kann ich an diesem Prozess weiter teilhaben, und die Anliegen unserer Schule direkt vertreten.

Die Ansprüche an eine Schule werden komplexer, gleichzeitig wurde die Behördenzahl in Thalwil reduziert. Wie erklären Sie diese Neuorganisation?
Die Reduktion der Schulpflege von 9 auf 5 Mitglieder ist der logische Schritt einer konsequenten Umsetzung unseres Volksschulgesetzes. Wir haben Kompetenzen so weit wie möglich in der Linie delegiert und die Aufgaben in der Ablauforganisation exakt festgehalten. Zudem konnten wir sehr komplexe Themenbereiche wie Sonderpädagogik und ICT mit Fachstellen besetzen. Und wir setzen eine Geschäftsleitung ein, die Behörde und Schulleitungen weiter entlasten wird.

Der neuen Organisationsstruktur liegt eine zweijährige Planungs- und Entwicklungsphase zugrunde. Welche Schritte würden Sie rückblickend als «Meilensteine» bezeichnen?
Mit einer Kick-off-Veranstaltung unter Beteiligung der Schulpflege, aller Schulleitungen und der Leiterin Schulverwaltung hat der Prozess begonnen. Danach wurden an verschiedenen gemeinsamen Retraiten die Rollen und Kompetenzen neu definiert und festgehalten.
Meilensteine in diesem Prozess waren sicher der Entscheid der Schulpflege, sich selbst zahlenmässig zu reduzieren sowie die Zustimmung des Souveräns zu dieser Reduktion.

Was raten Sie Gemeinden, die ähnliches vorhaben?
Die Sache vorsichtig anzugehen, sich genügend Zeit zu lassen und Behörden, Schulleitungen und Verwaltung von Beginn an mit ins Boot nehmen. Zudem braucht es unbedingt den Willen und die Bereitschaft zur Veränderung.