bei Roger Gerber
Der Gemeindepräsident von Hofstetten sorgte mit seinem Fusions-Antrag an die Stadt Zürich für Aufmerksamkeit. Das «Spässchen» hat einen ernsten Hintergrund, denn die Zukunft der rund 480 Einwohnerinnen und Einwohner liegt Roger Gerber am Herzen.
Sie haben mit Ihrem Fusions-Antrag für Gesprächsstoff gesorgt: Haben Sie inzwischen aus Zürich eine Antwort erhalten?
Nein. Dennoch haben wir im Kern unser Ziel erreicht, dass über unsere Gemeinde bzw. Gemeinden wie wir eine sind gesprochen wird. «Der Landbote» hat sich dem Thema angenommen, aber auch von anderen Stellen kamen Rückmeldungen. Wir wollen dem Kanton bzw. den finanzstarken Gemeinden aufzeigen, wo uns der Schuh drückt: Geringe Bevölkerungsdichte, topographische Bedingungen, keine Möglichkeit zu wachsen.
2012 schickte das Stimmvolk die Fusion mit der Gemeinde Schlatt bachab. Aktuell ist Hofstetten in Fusions-Verhandlungen mit Elgg. Was machen Sie jetzt anders bzw. wie soll es dieses Mal gelingen?
Die Ausgangslage ist eine andere, als damals mit Schlatt. Uns verbinden jetzt schon viele Dinge mit Elgg, z.B. Zweckverbände, Behörden oder auch ganz Alltägliches wie die Poststelle. Unser grosses Ziel ist die Fusion mit der Gemeinde Elgg – politisch aber auch auf Stufe Primarschulen.
Welche «Überlebens-Ansätze» gäbe es Ihrer Meinung nach sonst noch für Gemeinden wie Hofstetten?
Was die meisten kleinen Gemeinden eint, ist der systembedingte, finanzielle Druck. Dennoch sind die Gemeinden sehr unterschiedlich – ein einheitliches Rezept gibt es wohl kaum. Entsprechend kann ich auch nur für Hofstetten sprechen und hier konzentrieren wir unsere Kräfte auf die Fusion mit Elgg. Das Schreiben an den Zürcher Stadtrat ist blosses Marketing. Doch wir haben auch handfestere Ideen. So wollen wir etwa die Elgger zu uns auf den Berg einladen, ihnen im Rahmen eines gemütlichen Anlasses die Schönheit zeigen, die Dörfer und Weiler – vor allem aber die persönliche Verbundenheit.
Bald ist es Weihnacht: Was wünschen Sie sich für Hofstetten?
Ich möchte den Weihnachtszauber nicht mit politischen Motiven überpinseln. Weihnachten gehört der Familie, den Kindern, den Angehörigen – das Fest der Liebe. Somit kein Wunsch, aber eine Einladung an alle, dem Brauch der Adventsfenster folgend dort anzuklopfen, wo ein neues „Fenster“ geöffnet wird. Vielleicht bekommen wir dieses Jahr auch Besuch aus Elgg – oder sogar Zürich?