Schlusspunkt

Spannungsfeld Natur- und Heimatschutz

Unsere neue Beraterin Katharina Seiler Germanier hat eine Vorliebe für alte Häuser. Deshalb wünscht sie sich mehr Kooperation im Kontext von Natur- und Heimatschutz.

Kaum jemand wird bestreiten: Die erhaltene historische Bausubstanz und Raumstruktur macht einen guten Teil des Charmes und der Lebensqualität von Zürich aus. Ohne einen wirkungsvollen Natur- und Heimatschutz wäre dies kaum möglich.

Auf der anderen Seite stehen geplagte (private und öffentliche) Eigentümer, die ihr Eigentum nicht so nutzen dürfen, wie sie gerne wollen, die aufgrund von Auflagen weit höhere Baukosten gewärtigen müssen und noch dazu von den Banken geringer finanziert werden. Entschädigungen erhalten sie auch so gut wie keine.

Ein Spannungsfeld, das überbrückt werden kann. So abzulesen an einem namhaften Möbelgeschäft in der Zürcher Altstadt, das heute selbst so etwas wie ein Denkmal geworden ist: Die historische Fassade ist vollständig erhalten, im Inneren wurde die Bausubstanz, mit Ausnahme gewisser tragender Strukturen vor gut 50 Jahren weitgehend entfernt und durch Betonstrukturen und an Ketten hängende Eisenroste ersetzt. Es sind ungewöhnliche Ein- und Durchblicke möglich - sogar auf ein spiegelndes Wasserbecken im Untergrund. Von der Strasse her ist das Altstadtbild vollständig erhalten, gleichzeitig wurde spannende moderne Architektur geschaffen und das Haus wird rege benutzt.

Dies zeigt: Bei genügendem Auseinandersetzen mit dem historisch Speziellen, mit den notwendigen Gewichtungen, mit Mut, Offenheit und vor allem bei guter Zusammenarbeit kann Neues geschaffen und Altes erhalten werden. Federas unterstützt kreative Prozesse, die dazu führen – nicht nur, aber gerade auch, im Natur- und Heimatschutz.