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Wir stellen vor: Pascal Widmer

Als studierter Naturwissenschaftler im Bereich Geografie beschäftigte sich Pascal Widmer bereits während seiner Ausbildungszeit mit Evolution - sprich im weitesten Sinne mit Veränderungsprozessen. Heute unterstützt er als Berater Gemeinden und vor allem Schulen in Veränderungsprozessen. Im Interview erzählt er, was es bei einer Veränderung zu beachten gilt und ob er eher der Veränderungs- oder der Stetigkeitstyp ist.

Wie wichtig ist Veränderung in der heutigen Gesellschaft?
Veränderung ist ein Modell des Lebens. Es ist notwendig, damit sich der Mensch und damit auch die Gesellschaft (und deren Organisationen) weiterentwickelt. Eine grosse Herausforderung in Bezug auf Veränderung in einer immer globaleren Gesellschaft wird allerdings die Geschwindigkeit sein. Prozesse und somit auch Veränderungen werden rasch umgesetzt und die Gefahr besteht, dass das Individuum nicht mehr mithalten kann. Hier muss man vorsichtig sein.

Was ist das Wichtigste für einen erfolgreichen Veränderungsprozess?
Man muss eine Veränderung wollen (insbesondere auch die Führungsverantwortlichen) und das Ziel der Veränderung muss klar sein. Ohne Plan und Ziel ist alles schwierig, das gilt auch in Bezug auf Veränderungen. Ebenso ist es wichtig, dass man alle Betroffenen aktiv miteinbezieht. 

Was vergisst man als Organisation oft, wenn es um die Planung einer Veränderung geht?
Oft geht der genannte Einbezug aller relevanten Betroffenen verloren. Das kann zu Missverständnissen und schlussendlich zu einer unsicheren Stimmung führen. Es ist wichtig, betroffene Personen zumindest ausführlich über den Prozess zu informieren. Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird, sind die Ressourcen. Ein Veränderungsprozess benötigt Manpower, Zeit und Geld. Diese Teile müssen vorab gut geklärt und entsprechend budgetiert werden. Dann steht einer erfolgreichen Veränderung (fast) nichts mehr im Weg.

Wo macht es mehr Sinn, konstant zu bleiben anstatt etwas anzupassen?
Aus meiner Freizeitbeschäftigung als Fussballtrainer lernte ich: «Never change a winning team» - «Verändere ein Siegerteam nicht». Diese Aussage stimmt nur in gewissem Sinne. Veränderung macht dort Sinn, wo man sich weiterentwickeln will. Stimmt die Qualität, der Output oder empfindet man eine Situation beziehungsweise das Umfeld als angenehm, sehe ich keinen Grund, dies zu verändern. Aber Achtung: Gerade wenn man Erfolg hat - die Konkurrenz schläft nicht. Deshalb ist es sogar für ein Winner-Team wichtig, sich weiterzuentwickeln.

Bist du eher der konstante Typ oder magst du Veränderung?
Ich mag Veränderung, denn es bringt einen weiter. Und trotzdem halte ich auch an meinen Fixpunkten fest, wie zum Beispiel an familiären Strukturen oder dem traditionellen Feierabendbier mit meinen Sportkollegen einmal in der Woche. Solche Konstanten geben Halt und Sicherheit und das ist wichtig, gerade in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft. 
 

Webporträt Pascal Widmer