Sparen
Zurzeit in aller Munde, aber wirklich gerne spricht niemand darüber: Das Sparen. Unser Geschäftsführer hat das aktuelle "Unwort" - Sparen - genauer untersucht.
Die öffentlichen Haushalte der Schweiz müssen sparen. Es liegt mir fern, zu fragen, warum oder gar zu beurteilen, welche Massnahme richtig oder angemessen ist. Das wäre eine Anmassung. Ich finde es aber immer wieder spannend, die Herkunft und Bedeutung von Wörtern genauer anzuschauen. Das bringt oft ganz neue Ideen und Gedanken.
Die erste Antwort liefert im Webzeitalter Wikipedia: „Sparen ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung.“ Was aber, wenn gar keine freien Mittel vorhanden sind? Da hilft die Begriffsklärung vielleicht weiter: „Sparen ist momentaner Verzicht auf Konsum“. Das kann schon sehr persönlich werden: Auf welchen Konsum darf der Staat den verzichten, damit es mich nicht stört?
Richtig interessant wird es aber erst, wenn die sprachlichen Wurzeln und ihre Bedeutung betrachtet werden: Sparen kommt vom althochdeutschen „sparōn“ (bewahren, schonen, aufschieben, unterlassen) und ist verwandt mit dem englischen „to spare“ (u.a. verzichten, auslassen, knausern, übrig lassen, ohne etwas auskommen, etwas entbehren können) und dem lateinischen „parcere“ (u.a. haushalten, sich zurückhalten, Rücksicht nehmen, zu erhalten suchen, sich hüten)…
Neben den Bedeutungen, die unsere Vorfahren dem Sparen zugeschrieben haben, ist auch spannend, welche Bedeutungen heute zusätzlich verwendet werden. So finden sich in den Texten zu den Sparvorlagen Worte wie: verschieben, abliefern, entlasten, aufheben, beteiligen oder Seezuschlag. Sprache entwickelt sich bekanntlich dauernd weiter. Was werden wohl unsere Nachfahren mit „Sparen“ in Verbindung bringen?
von Stefan Kuchelmeister