Nachgefragt

bei Jürg Rothenberger

Der Gemeindeschreiber von Männedorf ist überzeugt, dass das neue Gemeindegesetz eine Chance ist, um sich von alten Strukturen zu trennen und die Gemeinde fit für die Zukunft zu machen. Er wünscht sich ein moderneres Rollenverständnis von den Akteuren im Gemeindewesen.

Wo befindet sich die Gemeinde Männedorf aktuell betreffend Vorbereitungen fürs nGG?
Am 24. September stimmt die Bevölkerung an der Urne über eine neue Gemeindeordnung ab, die die Änderungen aus dem nGG berücksichtigt. Aktuell erarbeitet die designierte Geschäftsleitung mit dem Gemeinderat ein neues Organisationsreglement. Mit einer AKV-Matrix bestimmen wir Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung.

Die revidierte Gemeindeordnung schlägt der Bevölkerung von Männedorf eine Reduktion von acht auf sieben Gemeinderatsmitglieder vor. Gibt es weniger Arbeit für die Gemeinden dank dem nGG?
Ich plädiere für ein neues Rollenverständnis von Gemeinderat, Geschäftsleitung und Verwaltung im Sinne einer modernen Gemeindeverwaltung. Der Gemeinderat soll sich um Grundsatzfragen mit politischem und strategischem Charakter kümmern. Die Verwaltung um das operative Geschäft. In Männedorf haben wir alle Kommissionen und Ausschüsse zugunsten eines neuen Mitwirkungskonzeptes aufgehoben. Hatte früher ein Gemeinderat drei bis vier Sitzungen pro Woche, wird es mit der neuen GO noch eine. So wird ein Gemeinderatsamt auch für Junge machbar, die Job, Familie, Freizeit und ein politisches Amt unter einen Hut bringen möchten.  

Was ist für Sie als Gemeindeschreiber die grösste Herausforderung im ganzen Prozess?
Das Austarieren der verschiedenen Interessen. Ich muss aufzeigen können, dass sich der zusätzliche Handlungsspielraum, der dank dem nGG möglich wird, lohnt und das Vertrauen des Gemeinderats in die Geschäftsleitung gerechtfertigt ist. Das nGG ist eine Chance, um alte Strukturen aufzubrechen und Neues zu wagen.