Wir stellen vor: Lorenz Frey-Eigenmann
In den 20 Jahren bei Federas hat Lorenz Frey-Eigenmann viel gesehen und erlebt. Was ihm besonders in Erinnerung geblieben ist und um was es in seinem neusten Buch geht, erfahren Sie im Mitarbeiter-Porträt.
20 Jahre Federas: Welches Projekt ist dir in besonderer Erinnerung und weshalb?
An viele Projekte erinnere ich mich gerne. Besonders bleibt das Projekt Volkszählung 2000, weil es mit Abstand das grösste war und uns über Jahre mit diversen Aufgaben beschäftigt hat: Verträge mit rund 2'500 Gemeinden erstellen, das Risk Management, die Telefon-Hotline und Kollektivhaushalte erfassen.
Welche Kompetenzen hast du in diesen Jahren entwickeln können?
Die Arbeit bei Federas ist aufgrund ihrer vielfältigen Geschäftsbereiche ein ständiges «learning on the job». Man könnte das jetzt als Ausbildung auf Kosten des Kunden missverstehen, aber so ist es nicht. Die stets wechselnden Inhalte und Kunden stellen immer wieder neue Anforderungen und genau dies ist im Kern wohl die Kompetenz, die sich am meisten geschärft hat: Das Verständnis für die konkrete Situation des Kunden und das Identifizieren der passenden Antwort darauf.
Seit 2010 bist du Geschäftsführer des VZGV: Wie haben sich die Gemeinden deiner Meinung nach verändert?
Seitens des Verbandes stelle ich einen Identitäts-Wandel fest: Eher weg vom Verein, der primär den gesellschaftlichen Austausch pflegt, zu einem professionellen Dienstleister. Dieser Wandel ist an sich weder gut noch schlecht, sondern entspricht wohl den veränderten Bedürfnissen. Auch bei den Gemeinden stelle ich eine ähnliche Entwicklung fest, unter anderem beim Selbstverständnis als auch mit den mittlerweile stattfindenden Gemeindefusionen. Die Digitalisierung der Verwaltung wird diese Entwicklung weiter vorantreiben und der «soziale» Aspekt einer Tätigkeit bei einer Gemeindeverwaltung wird tendenziell weiter abnehmen.
Du hast immer Teilzeit gearbeitet, um nebst Kinderbetreuung auch Zeit für deine Schreibprojekte zu haben. Demnächst erscheint dein drittes Buch. Um was geht es?
Das Buch trägt den Titel «Am Ende der Lüge bleibt Schwindel» und es ist die dritte Geschichte mit der Romanfigur Paul Bütikofer. Es gibt übrigens schon Leute, die mir gesagt haben, sie kennen den. Paul Bütikofer ist einfach gestrickt und den schönen Dingen des Lebens zugetan. Er ist stets auf der Suche nach dem grössten Ertrag mit dem geringsten Aufwand. Doch mit dem Älterwerden tauchen plötzlich neue Fragen auf: War es das jetzt? Auch sein früheres Leben holt ihn ein, wie es halt ist, wenn man Leute schlecht behandelt. Wer mehr wissen will, kann den Roman über den Buchhandel oder direkt unter www.edition-leu.ch bestellen. Selbstverständlich empfiehlt es sich, mit Band 1 zu beginnen.
In deinem wöchentlichen Blog-Beitrag kommentierst du das lokale, nationale und globale Geschehen mit einer grossen Portion Sarkasmus. Wieso magst du diesen Schreibstil?
Schwierige Frage...ist Sarkasmus die Flucht aus einer unverständlichen Welt? Oder ist es einfach der Humor, der mich anspricht? Sarkasmus meint ja beissender, verletzender Spott, in diesem Sinne ist meine Absicht, beissend zu sein, nicht aber verletzend. Am Schluss bin ich da wohl liberal: leben und leben lassen. Am besten erträgt man die Absurditäten des Lebens mit Humor.